Die FCT entsteht

Von Steffen List am 11. Dezember 2011

This site describes the way from the principle idea to planning stage and finally to construction work on the layout. I want to use it as an indoor layout at home as well as on exhibitions. So I built four parts for the San Lazaro station, nine parts for a loop and a two track-fiddleyard. The loop and fiddleyard are in use on exhibitions only.

Vor Baubeginn ging es darum, geeignete Bauprinzipien zu entwickeln. Um nicht in den bekannten Kreislauf „aufbauen – abbauen – aufbauen …“ zu verfallen, machte ich mir lange Zeit Gedanken über das, was ich haben wollte und aus finanzieller wie auch räumlicher Sicht machbar erschien.

Die Anlage sollte schließlich folgende Kriterien erfüllen:

  • Verwendung der Anlage für das heimische Zimmer wie auch für den Ausstellungsbetrieb
  • Ausreichende Erweiterungsmöglichkeiten und Mobilität
  • Sowohl Fahr- als auch Rangierbetrieb
  • einfache elektrische Ausrüstung ohne aufwendige Schaltungen
  • robuste Technik

Ich kam zu dem Schluss, dass sich diese Anforderungen erfüllen lassen, wenn die Anlage modular aufgebaut werden würde. D.h. Module sollten unterschiedliche Anlagengrößen und -formen erlauben, sich relativ schnell und kostengünstig erbauen lassen und so den Fahrspaß auch über längere Zeit erhalten. An Normen wollte ich mich aber nicht halten, um flexibler in der Modulgestaltung zu sein.

Für die Gleisstromversorgung nutze ich den alten Train Engineer von Aristocraft, wobei jedes Triebfahrzeug einen eigenen Hauptschalter besitzt. Für die Zukunft plane ich den Umstieg auf Akku-Betrieb.

Zunächst galt es jedoch, ein Gefühl für die Baugröße zu bekommen. Ich legte also einige Gleise und zwei Weichen im Zimmer aus und probierte ein paar Varianten.

Das war der Anfang. September 2008

Nach reichlicher Überlegung und einigen Testvarianten entschied ich mich für das simple Prinzip „Kreis mit Abzweigung zu einem Bahnhof“, wobei der Kreis wie auch der Bahnhof durch Einfügen weiterer Module erweiterbar sind. Der Bahnhof ist eigentlich nur ein Bahnhofskopf, bestehend aus zwei Modulen. Den Anschluss an die „weite Welt dahinter“ vermittelt ein zweigleisiger Fiddleyard. Schließlich sollte ein Teil der Gleisanlage dreischienig ausgeführt werden, um den auch für Mexiko typischen Rangierbetrieb von Regelspurwagen mit Schmalspurlok demonstrieren zu können, hier allerdings ohne die in den USA üblichen Zwischenwagen. Der minimale Gleisradius beträgt R = 1200 mm. Bei diesem Maß ist der optische Eindruck einer durch den Gleisbogen fahrenden Dampflok noch nicht zu sehr durch den äußeren Überhang beeinträchtigt.

Skizze der Anlage bei Ausstellungsbetrieb

Die Module sind sehr einfach aufgebaut. Sie bestehen aus einem Leistenrahmen (Querschnitt 14×60 mm) und einer 10 mm dicken Sperrholzplatte, auf der die Gleisanlage liegt. Im Bahnhofsbereich ist die Grundfläche rechteckig. Die mechanische Verbindung stellen jeweils zwei M8-Bolzen her. Alle Module ruhen bei Ausstellungsbetrieb auf Füßen, wodurch sich die Schienenoberkante in ca. 1 Meter Höhe befindet, für Kinder eine ideale Höhe.

Im Bereich der Modulköpfe befinden sich je zwei Buchsen für die Weiterleitung der Fahrspannung, in die entsprechende Drahtbrücken gesteckt werden.

Rahmenkonstruktion eines Bahnhofsmodules

Den Kreis hingegen bildet ein aus trapezförmigen Modulen zusammengesetztes Achteck in gleicher Bauweise.

Die acht Kreissegmente entstehen.

Als Gleissystem wählte ich das Code 250 – Profil mit seiner niedrigen Profilhöhe. Die  Weichen stammen von Peco. Im Bereich des Bahnhofes entschied ich mich für ein genageltes Eigenbaugleis auf Holzleisten 10 x 10 mm, um einmal diese Form des Gleisbaues zu testen. Für die Strecke plane ich die Verwendung des Code 250-Systems von miha. Die Schienenprofile wie auch die Schwellen erhielten vor der Montage eine farbliche Vorbehandlung.

Gleisbau mit Spurlehre und Nagelhilfe (umgearbeiteter Körner)

Die engeren Gleisbögen erfordern das Vorbiegen der Profile mittels Vorrichtung. Ich hatte passende Teile in der Werkstatt parat und konnte mir so das nicht unerhebliche Geld für den Kauf sparen.

Die Biegevorrichtung für Schienenprofile

Das Fotostudium ergab, dass bei den lateinamerikanischen Schmalspurbahnen vielfach nur eine sehr geringe Bettungshöhe vorhanden war.

Oberbau im Streckenbereich, El Salvador. Photo: John West

 Im Bahnhofsbereich verschwindet das Gleis zudem meist bis zu den Schienen im Dreck, pardon Bettungsmaterial.

Oberbau im Bahnhofsbereich, El Salvador. Photo: John West

Das musste ich im Modell genauso wiedergeben. Eine 10 mm dicke Sandschicht großflächig aufzuleimen kam für eine transportfähige Anlage aus Gewichtsgründen nicht in Frage. Der Versuch mit Katzenstreu auf Getreidebasis verlief nicht erfolgreich, es kam zu Schimmelbildung. Daher beschaffte ich mir eine Packung Styroporkugeln Ø2-3 mm, mit denen ich die Schwellenzwischenräume auffüllte. Neben dem Gleisbereich leimte ich 10 mm dicke Styroporplatten auf.

Die Styroporplatten werden aufgeklebt.

Eine Deckschicht gesiebten echten Sandes bildet den Abschluss. Zeitaufwändig ist dabei die Behandlung jedes einzelnen Schwellenzwischenraumes, insbesondere im Weichenbereich. Dort habe ich mit einem Schlauchstück als Pipette, kleinem Pinsel und verdünntem Leim gearbeitet.

Eingesandete Gleisanlage, Dezember 2011

Die aufwendige Besandung der beiden Bahnhofsmodule konnte nun endlich abgeschlossen werden. Feinarbeiten und die farbliche Nachbehandlung stehen noch aus. Daneben gibt es jetzt einen standesgemäßen Wasserturm, siehe auch Baubericht unter “Gebäude”. Ladegleis und Empfangsgebäude wechselten entgegen des ursprünglichen Entwurfes ihre Positionen, der Bahnsteig findet seinen Platz jetzt zwischen Stumpfgleis und Fiddleyard-Zufahrt. Die Grundplatte für den Bahnsteig ist bereits zugeschnitten. Um bei dem geschwungenen Gleisverlauf  einen gleichmäßigen Abstand der Bahnsteigkante zum Gleis zu erreichen, klammerte ich an ein Drehgestell einen mit Bleistift ausgerüsteten Ausleger. Beim Abfahren des Gleises entstand so auf der Bahnsteigplatte eine entsprechende Anrißlinie.

Anriss der Bahnsteigkante, Oktober 2012

Nach dem Zuschnitt der Bahnsteigplatten ging es mit dem Setzen der Bahnsteigkantensteine weiter. Das Ganze ist so aufgebaut, dass bei Transporten die obere der beiden Platten mitsamt dem Gebäude abgenommenwerden kann. Es schloss sich eine Stellprobe an, um einen ersten Eindruck zu erhalten.

Stellprobe

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